Märchenhelden und Fabelwesen

Menschliche Märchenhelden

In Märchen wimmelt es nur so von Zauberkundigen und Fabelwesen. Welche Rolle spielen da "normale Menschen"? Die Antwort ist leicht: Eine große! Zum einen heißen die volksmärchen nicht nur Volksmärchen, weil sie (angeblich) aus dem Volksmund stammen. Sie spiegeln auch das Volk wieder. Die Arbeiter vor der industriellen Revolution. Zum anderen sind nun auch die Königskinder "Menschen" ohne magische Fähigkeiten. Und schon Märchenforscher Max Lüthi schrieb: „Wer Märchen sagt, der denkt zuallererst an Prinz und Prinzessin.“

Auch, wenn wir bei dem, was Märchen vielleicht ausmacht, schnell an Zauberei und Fabelwesen denken, so steht eines fest: Sie sind niemals Protagonisten. In Märchen geht es vor allem immer um Menschen, entweder um die, mit denen eine Identifikation leicht fällt: Arbeiter oder einfach Söhne und Töchter. Oder um die, deren Leben man sich vielleicht erträumt: Prinzessinnen, Prinzen oder die heldenhaften Kämpfer. Märchen, das bedeutet oft, dass das Einfache auf das Außergewöhnliche trifft. Das Spiegelt sich in Situationen, aber auch in der Figurenkonstellation wider.

Und wenn wir uns die bekannten Märchenfiguren vor Augen führen - Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel, Hänsel und Gretel, Das tapfere Schneiderlein, uva. - sie alle sind (mehr oder weniger einfache) Menschen. Vielleicht ist Aschenputtel die ultimative Märchenfigur, da sie aus dem einfachen Volk kommt und Prinzessin wird.





Das tapfere Schneiderlein