Märchenhelden und Fabelwesen

Rapunzel

Eines des bekanntesten Märchen der Grimmschen Sammlung ist Rapunzel, das nicht nur durch den Animationsfilm aus dem Hause Walt Disney (2010) eine Würdigung erhalten hat. Das Märchen zählt auch zu den meist illustrierten Märchen überhaupt.

Es ist schon erstaunlich, nach welchen Kriterien die Prinzessinnen in den Grimmschen Märchen ihre Namen erhalten. Schneewittchen heißt so, weil sie so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz ist. Dornröschen muss als eine Art Spitzname gesehen werden, der sich aus der Dornenhecke rund um das Schloss, in dem die Prinzessin hundert Jahre lang schlafen muss, erklärt. Aschenputtel ist sogar eine Beschimpfung der Protagonistin, die durch die Hausarbeit von Ruß und Asche schmutzig ist und (wenn man es genau nimmt) erst am Ende des Märchens durch Heirat zur Prinzessin wird.

Rapunzel wird, wie Aschenputtel, erst durch die Hochzeit mit dem Prinzen zur Prinzessin. Ihr Name geht auf eine kulinarische Vorliebe ihrer Mutter während der Schwangerschaft zurück: Diese aß gerne Feldsalat (=Rapunzeln). Züchtigkeit im Grimmschen Märchen: In der Erstausgabe des Grimmschen Märchens (1812) wird Rapunzel unehelich schwanger. In der Ausgabe letzter Hand (1857) findet im Turm eine Trauung statt. Der blinde Prinz: Leicht in Vergessenheit gerät des Motiv des Prinzen, der beim Versuch, Rapunzel im Turm zu besuchen, von Frau Gothel durch eine List zum Sturz gebracht wird und dabei erblindet. Nach Jahren des Umherirrens trifft er in der Wüste seine dahin verbannte Prinzessin Rapunzel wieder, die seine Augen durch ihre Tränen wieder heilt. Das Märchen ist eine Variante des französischen Feenmärchens Persinette (1698), geschrieben von der Hofdame Charlotte-Rose de La Force, zu Deutsch "Petersilchen" (das Märchen, nicht die Hofdame).

Das bekannteste Motiv des Märchens ist das des hoch oben im Turm gefangenen Mädchens, an dessen langen Haaren zunächst die böse Zauberin (Frau Gothel) und später der Königssohn empor klettert. Dieses Motiv wurde gleich zwei mal von Christian Peitz: In Puranzel bekommt die im Turm gefangene Prinzessin keinen Besuch von einem Prinzen, sondern von einem Friseur. Das Märchen Der Prinz im Turm erzählt, wie der Titel bereits vermuten lässt, die Geschichte eines gefangenen Prinzen, dessen Bart als Kletterseil dient.

Rapunzel-Empfehlungen


  • Petersilchen aus den "Feenmärchen" (Verschiedene Autoren, Verlag: Albatros)

  • Rapunzel aus der Sammlung "Kinder- und Hausmärchen" (Jacob und Wilhelm Grimm)

  • Puranzel von der CD "Der Märchenprinz" und Der Prinz im Turm aus dem Buch "Eselsohr und Hahnenkamm", Hörspiel-Fassung von der CD "Die Märchenprinzessin" (beide Märchen von Christian Peitz)


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